Wirtschaft und Wettbewerb
Stand: Januar 2019

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WUW vom 04.01.2019, Heft 01, Seite 11 - 16, WUW1277646
Wirtschaft und Wettbewerb > Abhandlung > Aufsatz

Ohio v. American Express

– Der US Supreme Court entscheidet zur Marktabgrenzung bei mehrseitigen Plattformen –

Maximilian Volmar

Maximilian Volmar, Wissenschaftlicher Assistent, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg.

Der Beitrag ist online erschienen am 30.08.2018.

Der Supreme Court der USA hat sich in der Grundsatzentscheidung Ohio v. American Express erstmals zur Marktabgrenzung bei mehrseitigen Plattformen geäußert. Bei Plattformen stellt sich stets die Frage, ob ein einheitlicher oder mehrere separate Märkte abgegrenzt werden sollen. Der Beitrag stellt die Entscheidung samt Sondervotum dar, da es sich um eine der wenigen kontroversen Entscheidungen des Supreme Courts handelt – das Votum erging mit fünf zu vier Stimmen. Außerdem zeigt der Beitrag Parallelen zur Diskussion um die Marktabgrenzung bei mehrseitigen Plattformen im deutschen und europäischen Kartellrecht auf. Schlussendlich wird dargestellt, inwiefern die Entscheidung auch für die kartellrechtliche Debatte um Internetplattformen Erkenntnisse bereithält.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Sachverhalt
  • III. Die Entscheidung
  • IV. Das Sondervotum der Richter Breyer, Ginsburg, Sotomayor und Kagan
  • V. Anmerkung
    • 1. Bedeutung des Urteils für die Marktabgrenzung
    • 2. Vergleich mit dem deutschen Kartellrecht
    • 3. Vergleich mit dem Unionsrecht
    • 4. Die Frage nach dem Warum
    • 5. Competitive bottlenecks
    • 6. Das Urteil im Kontext der mehrseitigen Internetplattformen

I.Einleitung

Der US Supreme Court hat in seiner lange erwarteten Entscheidung Ohio v. American Express zur Marktabgrenzung bei mehrseitigen Plattformen Stellung genommen. Damit geht er einen ersten Schritt in der rechtlichen Aufarbeitung der ökonomischen Theorie der mehrseitigen Plattformen. Mehrseitige Plattformen stehen vor allem in der Diskussion, wenn sie im Internet tätig sind. Vorliegend handelt es sich zwar nicht um eine Internetplattform, sondern um ein Kreditkartenunternehmen. Nichtsdestoweniger sind die Ausführungen für die Theorie der mehrseitigen Plattform lehrreich. Der Beitrag stellt daher den Sachverhalt (II.) und die Entscheidung des Supreme Court (III.) dar. Auch das Sondervotum wird analysiert (IV.) und schließlich das Urteil mit der Rechtslage in Deutschland und in der Union verglichen (V.).

II.Sachverhalt

Kreditkartenunternehmen stellen zweiseitige Plattformen dar. Sie stehen als Intermediär zwischen Karteninhabern und Einzelhändlern, indem sie eine bargeldlose Zahlung

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